Naturfotografie – Wer bin ich? Und warum ich am liebsten außerhalb der vier Wände meine Motive suche.

Wer bin ich?

Vielleicht habt ihr schon auf meiner Seite Über Dominik Lewald geschaut und ein bisschen etwas über mich gelesen. Falls nicht, ich heiße Dominik Lewald, bin 30 Jahre alt und wohne im “grau” grünen Ruhrgebiet. Für alle die das Ruhrgebiet nicht kennen: Ihr werdet im Laufe des Blogs immer mehr verstehen, warum ich das “Grau” in Anführungszeichen gesetzt habe.

Ich kann ehrlicherweise gar nicht mehr genau sagen, seit wann ich regelmäßig mit einer Kamera losziehe, aber wenn ich mir den Verlauf der Ordner auf meiner Festplatte anschaue, muss alles so etwa 2010 begonnen haben. Meine erste Digitalkamera war eine Bridgekamera. Wenn ich mir die Bilder heute anschaue, möchte ich sie am liebsten weit in den Tiefen meiner Festplatte verschwinden lassen und niemandem zeigen. Aber vielleicht lesen hier ja bald so viele Leute auf dem Blog, dass ich diese Bilder für euch mal herauskrame. So richtig zufrieden war ich mit den Bildern aber nicht. Zwar übte ich in Sachen Naturfotografie, aber eine Bridge hat eben ihre Grenzen und die waren schnell erreicht.

Von der Systemkamera zur DSLR und zurück

Meine erste “richtige” Kamera war dann eine Systemkamera. Spiegellos war 2012 ein “totaler Trend”. “So eine Kamera kauft jetzt jeder” und “zu dem Preis findest du nichts besseres”. Dies waren Sätze die mir ein guter Kollege und Freund als Rat mit auf den Weg gab. Und was soll ich sagen? Die Bilder gefielen mir grundsätzlich richtig gut. Allerdings war gerade beim Thema Systemkameras alles noch in den Kinderschuhen, sodass mich die Kamera in Sachen Schnelligkeit eher aufregte als begeisterte. Also wechselte ich knapp zwei Jahre später erneut und rüstete mich dann mit einer DSLR mit teilweise lichtdurchlässigem Spiegel aus. Übrigens bin ich dem Hersteller treu geblieben, bin aber heute wieder bei einer Systemkamera ohne Spiegel. Dazu aber später mehr. Einige Tausend Bilder sind entstanden in verschiedenen Ländern. Es gab Tage an denen ich die Kamera verfluchte und wieder andere an denen ich gar nicht mir aufhören wollte zu fotografieren. Aber egal welche Motive ich auch versuchte, die besten Bilder sind und waren die der Naturfotografie.

Naturfotografie – Atemberaubende Motive ganz nah

Gänseblümchenmakro auf einer Wiese

Wenn ich in den sozialen Netzwerken unterwegs bin und mir die Bilder anderer Fotografen anschaue, kribbelt es natürlich schon, selbst auch mal an diese tollen Orte zu reisen und dann vor Ort nur dieses eine Motiv zu fotografieren um anschließend allen zeigen zu können, dass ich vor Ort war und dieses “eine” tolle Foto geschossen habe. Aber ganz ehrlich? Noch viel genialer ist das Gefühl den Leuten Bilder zu zeigen, die vor Ort, vielleicht sogar bei ihnen zu Hause oder in den industriereichen Gegenden der Stadt geschossen wurden. Das Bild oben ist zum Beispiel auf einer Wiese an einer alten Zeche in Gelsenkirchen entstanden. Zugegeben, hier wurde schon länger nicht mehr gearbeitet, sodass sich die Natur einiges zurückholen konnte, aber unweit vom Aufnahmeort entfernt stehen die alten grauen Mauern der Industrie.

Gruppe Gänseblümchen auf einer Wiese

Einer der wichtigsten Punkte, um in der Naturfotografie etwas Besonderes vor die Linse zu bekommen, ist an Orten zu schauen, wo andere nicht mal im Vorbeigehen einen Blick riskieren würden. Oder aber eben den Blick gezielt und provokant dorthin zu richten und aus der Richtung zu fotografieren von der Andere mir abraten würden. Wenn ich es dann noch schaffe, mit diesen Bildern aufsehen zu erregen und es dem ein oder anderen gefällt, ist mein Ziel erreicht und es ermutigt mich weiterzumachen und mehr dieser Motive zu suchen. Ist dir mal aufgefallen, dass auf vielen Bildern anderer Fotografen die Blüten an Pflanzen oder Bäumen freigestellt werden? Also der Hintergrund möglichst einfarbig und unscharf ist? Natürlich mache auch ich solche Aufnahmen, aber warum nicht mal eine Blüte in ihrer natürlichen Umgebung fotografieren?

Frühlingsblüte

Der Weg ist das Ziel

Der Weg ist das Ziel

Anfangs fotografierte ich wie blöd jede Blüte mittig. Also genau so, dass es zentrierter gar nicht sein konnte. Links und rechts waren beinahe die gleichen Abstände. Wahnsinn, wenn man bedenkt, dass ich zu Hause nicht mal mit Wasserwaage ein Regal gerade aufhängen kann. Doch mit der Zeit lernte ich dies abzulegen und meinen Bildern einen richtigen Aufbau und meine eigene Note zu verpassen. Ich lernte, meine Motive in das Drittel eines Bildes zu platzieren und probierte auch verschiedene Betrachtungswinkel aus. Pflanzen, Tiere aber auch Gegenstände sehen aus deren “Augenhöhe” viel interessanter aus. Probiere es mal aus und schau dir die wunderbare Natur von unten an. Ich empfehle dir aber eine Kamera, zumindest als Alibi, mitzunehmen.

Fliegenpilz

Auf Augenhöhe mit der Natur

Ich frage mich immer, was andere denken, wenn ich vor klitzekleinen Motiven auf dem Boden hocke oder liege und Leute an mir vorbeigehen. Sehen die überhaut was ich da fotografiere? Oder viel eher noch: Sehen die überhaupt DAS ich fotografiere? Anfangs bin ich immer aufgesprungen, sobald ich Leute habe kommen sehen. Mittlerweile ist es mir egal. Die Welt der Naturfotografie ist so atemberaubend schön, dass ich sogar teilweise komplett vergesse was um mich herum passiert. Meist sind es die Erinnerung meiner Frau, dass sie und meine Tochter nun schon seit fünf Minuten warten die Momente die mich wieder zurückbringen.

Kleine Schönheiten

Kleine Entdeckungen ganz groß

Nun möchte ich aber noch mal zu dem Punkt zurückkehren, an dem ich schrieb, dass ich genau die Bilder liebe, die nahe der eigenen Haustür aufgenommen sind. Und natürlich muss ich hier keinesfalls auf die Naturfotografie verzichten. Klar denkt man bei Naturfotografie in erster Linie an tolle Wälder, saftige Wiesen oder verschneite Berge. Doch die Natur bietet doch so viel mehr. Die Strucktur eines Efeublattes, die Maserung in der Rinde eines Baumes oder eben auch Makroaufnahmen von kleinen Tieren zählen zur selbigen. Und um so öfter ich draußen unterwegs bin und potenzielle Motive sehe, wünsche ich mir diese unter anderen Licht oder Witterungsverhältnissen. Allerdings bin ich kein Freund großartig künstlich zu belichten oder zu befeuchten um Regen oder Tau zu simulieren. Bei den folgenden beiden Bildern hatte ich das Glück an einem Staudamm einer Talsperre ein durch Nebel und Tau benässtes Spinnennetz zu fotografieren. Und auch das zählt eben zur Naturfotografie.

Tau im Spinnennetz
Tau im Spinnennetz (2)


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.